Strategie
Website-Texte schreiben: 8 Regeln, die Kunden überzeugen.
Veröffentlicht 19. April 2026 · 8 Min. Lesezeit
Die meisten KMU-Websites sind technisch okay und optisch passabel, aber ihre Texte überzeugen niemanden. Standard-Sätze wie „Wir sind Ihr innovativer Partner für zukunftsweisende Lösungen" sagen nichts aus. Kunden überfliegen die Seite, finden keinen konkreten Grund zur Kontaktaufnahme und gehen wieder.
Gute Website-Texte folgen einem einfachen Prinzip: Sei so konkret wie möglich, über deinen Kunden und seine Probleme, nicht über dich selbst. Die folgenden acht Regeln sind das, was wir in unseren Projekten immer wieder anwenden.
1. Schreibe für einen konkreten Menschen
Bevor du den ersten Satz schreibst: Stell dir eine reale Person vor, für die diese Seite geschrieben ist. Nicht „die Zielgruppe", sondern ein konkreter Mensch mit Namen, Alter, Beruf, Problem. Je konkreter dieses Bild, desto besser die Texte. Jede Seite spricht eine Person an — nicht „wir wenden uns an alle, die…".
2. Zuerst das Problem, dann die Lösung
Die meisten Websites starten mit „Wir bieten…" oder „Unsere Leistungen…". Das ist aus Kundensicht die falsche Reihenfolge. Der Kunde kommt mit einem Problem — und will zuerst wissen, ob du das verstehst. Beispiel:
Schlecht: „Wir sind Ihre Steuerkanzlei für moderne und digitale Buchhaltung."
Besser: „Sie verbringen jeden Monat 10 Stunden mit der Buchhaltung, statt mit Ihren Kunden. Wir übernehmen das — digital, pünktlich, ohne Papierstapel."
Zuerst das Problem anerkennen, dann die Lösung benennen. Der Unterschied ist enorm.
3. Konkrete Zahlen statt vager Versprechen
„Schnell", „günstig", „zuverlässig" — das sagt jeder. Wenn du stattdessen schreibst „Wir antworten auf Anfragen innerhalb von 4 Stunden", „unsere Festpreise beginnen bei 490 €", „in 12 Jahren keine verlorene Mandantenakte" — dann unterscheidest du dich. Zahlen machen Aussagen überprüfbar und damit glaubwürdig.
4. Du, nicht wir
Zähle auf deiner aktuellen Startseite, wie oft „wir", „unser" oder „uns" vorkommt, und wie oft „Sie", „Ihr" oder „du". Wenn das Verhältnis zugunsten der Selbstbezogenheit ausfällt, schreib um. Gute Website-Texte drehen sich um den Leser, nicht um dich.
5. Kurze Sätze, kurze Absätze
Im Internet liest niemand linear. Leser scannen. Texte müssen visuell so gebaut sein, dass der Kern in wenigen Sekunden klar wird:
- Absätze von maximal 3 bis 4 Sätzen.
- Durchschnittliche Satzlänge unter 20 Wörtern. Komplexe Sätze gelegentlich zur Abwechslung.
- Zwischenüberschriften alle 100 bis 200 Wörter.
- Listen und Bullet-Points, wo es inhaltlich passt.
- Fettungen sparsam, für die wirklich wichtigen Kernaussagen.
6. Eine klare Handlung pro Seite
Jede Seite sollte eine klare Aktion anbieten — Kontakt aufnehmen, Termin vereinbaren, Vorschau anfordern. Nicht fünf verschiedene CTAs, die den Nutzer verwirren. Eine Hauptaktion, wiederholt auf der Seite (einmal oben, einmal in der Mitte, einmal am Ende), plus maximal eine sekundäre Option.
Formulier den CTA konkret: Statt „Mehr erfahren" besser „Kostenlose Vorschau anfordern" oder „Erstgespräch in 15 Minuten vereinbaren".
7. Lies laut vor
Der einfachste Qualitätscheck: Lies den fertigen Text laut. Stolperst du? Umschreiben. Klingt er nach einem Menschen? Gut. Klingt er nach einem Jahresbericht? Kill it. Texte, die man nicht sprechen kann, werden auch nicht gerne gelesen.
8. Schreibe für Suchmaschinen UND AI-Antworten
2026 musst du Texte auch für zwei Arten von Lesern schreiben, die keine Menschen sind:
- Google: Überschriften mit Keywords, semantisch sauberes HTML, echte Struktur statt Keyword-Stuffing.
- AI-Systeme wie ChatGPT und Perplexity: Klare, in sich geschlossene Absätze, die aus dem Kontext heraus verständlich sind. Zitate und Zahlen machen deine Seite zitierbar.
Beides funktioniert übrigens gut zusammen, weil es dieselbe Anforderung bedient: Klarheit und Informationsgehalt.
Die 30-Minuten-Übung
Wenn du keine Zeit für einen großen Relaunch hast, nimm dir 30 Minuten und überarbeite nur die Startseite:
- Die Headline: Beschreibt sie konkret, was der Kunde bekommt?
- Der erste Absatz: Nennt er das Problem des Kunden, nicht deine Firma?
- Der CTA: Ist er konkret und spezifisch?
- Der Rest: Kann die Hälfte raus, ohne dass Information verloren geht?
In unserer Erfahrung sind die besten Website-Texte die, die man nach dem Schreiben zweimal gekürzt hat. Weglassen ist härter als hinzufügen, aber es rechnet sich fast immer.